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Hurra, das Fallvignettenbuch ist da!

Drei Jahre lang haben wir Interviews mit Lernenden, Weiterbildner*innen und Bildungsmanager*innen geführt und ausgewertet. Es ging dabei um zentrale Fragen moderner beruflicher Weiterbildung:

  • was macht gutes Lernen Erwachsener aus?
  • welche Bedeutung hat Selbstorganisation in der beruflichen Weiterbildung?
  • wie werden digitale Medien eingesetzt und warum?
  • wie entstehen Innovationen (nicht)?

Die Quintessenz dessen stellen wir in einem Buch vor, das die einzelnen Interviews und unsere Reflexionen dazu umfasst.

Wir publizieren das Buch in mehreren Versionen:

Um die Lektüre zu strukturieren, schlagen wir Lesepfade vor, die sich um einzelne Schwerpunkte – oder unsere Lieblingszitate – ranken. Dabei folgen wir einer pädagogischen fuzzy logic, die hoffentlich Praktiker*innen, Lernende, Studierende und Forscher*innen zum Brückenschlagen einlädt und inspiriert.

Einladung zum Online Dis-Kurs

15.-29.10.18: Online-Dis-Kurs zu Selbstorganisiertem Lernen *mit & ohne* Digitale Medien

Wie kann selbstorganisiertes Lernen in der beruflichen (Weiter-)Bildung gelingen? Wie können Digitale Medien dabei helfen? Darum geht es im Online-Dis-Kurs „lernen mit & ohne“ vom 15.-29.10.18. Das Angebot richtet sich an Erwachsenenbildner*innen, Bildungsmanager*innen, Personalentwickler*innen und andere, die sich dafür interessieren, wie Lernen selbstorganisierter gestaltet werden kann – auch durch den Einsatz Digitaler Medien.

Jetzt anmelden: https://www.oncampus.de/weiterbildung/m … t-und-ohne

Warum „Dis-Kurs“? Es wird zwar einige vorbereitete Impulse geben, vor allem möchten wir aber Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden sammeln und darüber in Austausch kommen. Die gebündelten Ideen werden aufbereitet und – nicht nur für die Kursteilnehmenden – als Offene Bildungsressourcen (OER) zur Verfügung stehen. Selbstverständlich sind auch die von uns eingestellten Inhalte OER.

Dieser Dis-Kurs ist Teil des Projekts DiEDa (Entwicklung einer Weiter­bildungs­didaktik für selbstorganisierte Lernprozesse mit Fokus auf lernerorientierte Differenzierung und unter sinnvollem Einsatz von digitalen Medien), eine Kooperation zwischen dem Institut Technik und Bildung der Universität Bremen (ITB) und der Bildungswerkstatt für nachhaltige Entwicklung (BiWeNa), Verden. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Programms „Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung im Förderbereich Berufliche Weiterbildung“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Wir freuen uns auf Ihren / Euren Input!

Anmelden: https://www.oncampus.de/weiterbildung/m … t-und-ohne

Projektwebseite: https://www.lernen-neu-denken.de

Twitter: #lernenmitundohne

Facebook: https://www.facebook.com/events/667440253635307/

Wir freuen uns über rege Teilnahme und einen erhellenden Austausch.

Reflexionsfragen zum Einsatz digitaler Medien: IM FLOVV

Das IM FLOVV Modell beinhaltet sieben Reflexionsfragen, die sich z.B. Pädagog*innen stellen können, um den Einsatz oder die Nichtnutzung digitaler Medien für ein bestimmtes Lernsetting zu begründen. Es kann auch zur wissenschaftlichen Reflexion digitaler Medien genutzt werden. Die Kernidee des Modells besteht darin, bewusst zu machen, warum z.B. ein digitales Tool verwendet werden soll und wie es so verwendet werden kann, dass die positiven Potentiale des Digitalen auch genutzt werden. Wir haben das Modell im BMBF-geförderten Projekt DiEDa ausgehend von der Forschung von Sherry Turkle formuliert. Turkle ist Professorin am MIT und untersucht seit Jahrzehnten mit interdiszipliänerem und internationalen Blick die mehr oder weniger gelungene Verwendung digitaler Schnittstellen in verschiedenen Lebensbereichen.

 

Update: IM FLOVVV

Durch Diskussionen entwickelte sich das Modell weiter. Zum einen finden wir es wichtig, den Blick auf das digitale Lernarrangement als Ganzes, nicht auf einzelne Tools zu lenken. Zum anderen kommt das Kriterium „Verhältnismäßigkeit“ auf Vorschlag von Martin Lindner dazu.

Bei Twitter kam die Frage auf, ob jede der Reflexionsfragen mit „ja“ zu beantworten sei. Um zu verdeutlichen, dass wir IM FLOVVV nicht als bürokratische Checkliste sehen, sondern als einen Ansatz zur Reflexion, ergänzten wir in den ersten Fragen ein „Inwiefern“ oder „Wie“.

Ein Beispiel, wie wir in Bezug auf unseren Online-Dis-Kurs die (alten) IM FLOVV-Fragen beantwortet haben, findet sich hier: https://h5p.org/node/287804

Schläfst du noch oder MOOCst du schon? 

Ein Erfahrungsbericht: MOOCen für Einsteiger*innen

von Elina Fläschner

By Elliot Lepers – Handdrawned to be used freely as a generic logo for all moocs over the world., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25082263

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Sei es durch das Lesen von Büchern und Fachzeitschriften, den Besuch von Kursen an der Volkshochschule oder bei einem Gespräch mit der Nachbarin, die einem praktische Tipps für die Handhabung von Bohrmaschinen mit auf den Weg gibt.
Wer es jedoch vorzieht, beim Lernen digitale Medien einzusetzen, wird sicher fündig unter dem Begriff „MOOC“. Diese Form der Hochschul- und Erwachsenenbildung gibt es erst seit einem knappen Jahrzehnt, ist also noch relativ frisch im Netz. Trotz dessen wurde das Jahr 2012 durch die New York Times zum Year oft the MOOC gekürt und mittlerweile ist dieses Format auch in Deutschland angekommen.

Doch was genau ist eigentlich ein MOOC? Unter einem „massive open online course“ versteht man einen Kurs, der online angeboten wird und frei zugänglich ist, das heißt es gibt keine besondere Zugangs- oder Zulassungsbeschränkung. Er zeichnet sich durch angestrebte hohe Teilnehmer*innenzahlen aus, wird in der Regel kostenlos angeboten und kann zu allen erdenklichen Themen stattfinden. Um ein paar Beispiele zu nennen: Tipps für Weiterbildner*innen, Grundkurse in Mathematik oder Basiswissen im Programmieren können Inhalte eines MOOCs sein. Die Wissensvermittlung findet unter anderem durch Videos, Lesematerial oder den direkten Austausch in Foren statt. Angeboten werden sie zum Beispiel von Plattformen, die sich explizit an die Fort- und Weiterbildung von Berufstätigen richten und die zum Teil in Kooperation mit Hochschulen entstehen. Eine Auswahl findet ihr unten in der Linksammlung.Weiterlesen

Berufsbezogenes Lernen mit Twitter und YouTube

Digitale Medien halten Einzug in unseren Alltag und auch in unsere Lernkultur. In einem Artikel in der Zeitschrift MedienPädagogik beschrieben wir, wie solches Lernen aussehen kann, und legten den Schwerpunkt auf Lernnetzwerke bei Twitter und YouTube. Die Besonderheit solcher Netzwerke besteht darin, dass sie nicht zentral gesteuert werden – wohl gibt es aber Ereignisse wie Treffen oder Challenges, die strukturierend wirken. Auch fehlen formalen Rahmen wie Zeitgrenzen, enge thematische Festlegungen oder Kriterien für die (erfolgreiche Teilnahme). Ist das die Zukunft der Weiterbildung oder nur eine nette Ergänzung formaler Angebote? Tragen solche Netzwerke zum Abbau von Barrieren bei der Bildungsbeteiligung bei? Wie sollte Medienkompetenz vor dem Hintergrund solcher Lernangebote definiert werden?

Der Artikel kann hier abgerufen werden: http://www.medienpaed.com/article/view/569

Methodenkoffer für das selbstgesteuerte Lernen

Gastbeitrag von Jana Riedel, TU Dresden

Die Forderungen aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und pädagogischer Perspektive sind klar: selbstgesteuertes Lernen ist wichtig und muss gefördert werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass es weder ein einheitliches Verständnis davon gibt, was selbstgesteuertes Lernen konkret meint, noch dass diese Lernform in der beruflichen Weiterbildung weit verbreitet ist.

Diesem Phänomen widmet sich im Rahmen des Förderprogramms „„Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung“ auch das Projekt „Weiterbildung selbstorganisiert“ der TU Dresden. Für das Projekt liegt das wesentliche Element des selbstgesteuerten Lernens darin, dass Lernende selbst Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen und dabei Entscheidungsmöglichkeiten über relevante Kriterien des Lernens erhalten und bewusst wahrnehmen. Dies betrifft vor allem folgende Dimensionen:

  • Lernziele
  • Lerninhalte
  • Lernmaterialien
  • Lernpartner
  • Lernerfolgsprüfung
  • Lernzeit
  • Lernort

Um Lernende an das selbstgesteuerte Lernen heranzuführen und Selbstlernkompetenzen zu stärken, sollen daher in Kursen der beruflichen Weiterbildung verstärkt Methoden zum Einsatz kommen, die oben genannte Entscheidungsmöglichkeiten umfassen. Dafür wurde im Projekt ein umfangreicher systematischer Literatur-Review durchgeführt, um solche Methoden zu identifizieren und in einer Methodensammlung zur Unterstützung selbstgesteuerter Lernprozesse aufzubereiten. Diese Sammlung steht nun online zur Verfügung und kann zur Anregung für eigene Kurskonzepte genutzt werden. Ergänzt wird die Sammlung auch um die Perspektive der Unterstützung des Lernens mit digitalen Medien. So gibt es für jede Methode Hinweise darauf, mit welchen digitalen Werkzeugen diese unterstützt und umgesetzt werden kann.

Die Methodensammlung soll beständig wachsen und vor allem auch um Erfahrungsberichte zu den einzelnen Methoden ergänzt werden. Dafür wird die aktive Mithilfe von Trainern, Dozierenden, Kurs-/Workshopleitungen benötigt. Diese können sich mit Anmerkungen, Ergänzungen und weiterführenden Hinweisen jederzeit an das Projektteam wenden oder ihre Anregungen und Erfahrungen direkt in einem Kommentar hinterlassen.

Lernen lebt von Vernetzung: Interview mit Karlheinz Pape

Im Rahmen unserer Interviews mit Lehrenden und Lernenden führten wir ein Gespräch mit Karlheinz Pape, dem Gründer und Mitglied der Corporate Learning Community .

Wir dürfen dieses Interview als Podcast publizieren und lassen daher – an Stelle eines zusammenfassenden Textbeitrags – den Experten selbst zu Wort kommen: https://colearn.de/clp048-interview-zu-selbstgesteuertem-lernen/

„Bin ich schon drin?“: Ein Bericht über erste Erfahrungen mit Twitter

Inspiriert von einer Interviewpartnerin, die uns Twitter als Teil ihres Lernnetzwerks vorstellte, meldete ich mich als neue Mikrobloggerin an. Die erste Hürde bestand darin, mir einen Nutzernamen zu geben: authentisch sollte er sein, aber mein Vor- und Nachname waren schon von  einer anderen Joanna Burchert in Beschlag genommen. Ich wählte also die fesche Abkürzung @jo_burchert und machte mich ans Werk. „Startkapital“ in Form von Menschen, denen ich folgen könnte, fand ich in dem Blogeintrag  http://www.rete-mirabile.net/lernen/twitter-einstieg-fuer-lehrer/.

Die Hauptansicht bei Twitter besteht aus einem Strom von Kurzmitteilungen – den berühmten erst 140, jetzt 280 Zeichen. Diese Zeichen werden oft um Bilder oder Kurzvideos ergänzt.  Ich hatte angenommen, dass ich nur die Einträge der Nutzer_innen sehen würde, denen ich folge – das stimmt aber nicht, es entsteht eine bunte Mischung von durch mich selbst vernetzten, gesponserten und scheinbar zufälligen Beiträgen. Ich sehe auch nicht jeden Beitrag von Menschen, denen ich folge, weil der Mitteilungsstrom ständig aktualisiert wird. Tweets von vorgestern muten angesichts all dessen, was zwischendrin gepostet wurde, so veraltet an, dass ich mich seltsam dabei fühle, noch auf sie zu reagieren. Aber ich mache das, so, wie ich auch „alte“ Bücher lese: weil sie genauso gut sein können wie jeder Text von heute.

Ich habe mir vorgenommen, v.a. Interessantes aus meinen Projekten DiEDa, nabus und LaSiDig zu twittern. Routiniert im Umgang mit Suchmaschinen hatte ich angenommen, dass ich durch die Eingabe der üblichen Stichworte schnell Menschen finden würde, die an den jeweiligen Themen interessiert sind. Das erwies sich als Trugschluss: natürlich zeigt die Suche etwas an, aber nicht unbedingt das, was ich brauche. Erst nachdem eine Logistikfirma eine Mitteilung von mir aufgriff („retweetete“), fand ich z.B. Speditionen, die Twitter einigermaßen lebhaft nutzen. Diese für mich wichtigen Nutzer_innen interessieren sich aber (noch) nicht für mich, so dass ich ihnen zwar folge, für sie aber vermutlich unsichtbar bleibe, weil sie wiederum nicht meine Follower wurden.

Twitter ist für mich ein Phänomen, das ich erforsche, aber zugleich auch eine Methode, Themen und Menschen zu entdecken. Ich klicke mich z.B. nicht nur durch meinen Mitteilungsstrom, sondern auch durch Tweets der Personen, denen für mich interessante Mikroblogger_innen folgen oder schaue, welche Posts es zu interessanten Hashtags gibt. Die Herausforderungen der Netzwerklogik nehme ich an:  zufälliges Lernen, schräge Mischungen und die Balance zwischen Filterblase und totaler Offenheit.