Gastbeitrag von Jana Riedel, TU Dresden

Die Forderungen aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und pädagogischer Perspektive sind klar: selbstgesteuertes Lernen ist wichtig und muss gefördert werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass es weder ein einheitliches Verständnis davon gibt, was selbstgesteuertes Lernen konkret meint, noch dass diese Lernform in der beruflichen Weiterbildung weit verbreitet ist.

Diesem Phänomen widmet sich im Rahmen des Förderprogramms „„Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung“ auch das Projekt „Weiterbildung selbstorganisiert“ der TU Dresden. Für das Projekt liegt das wesentliche Element des selbstgesteuerten Lernens darin, dass Lernende selbst Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen und dabei Entscheidungsmöglichkeiten über relevante Kriterien des Lernens erhalten und bewusst wahrnehmen. Dies betrifft vor allem folgende Dimensionen:

  • Lernziele
  • Lerninhalte
  • Lernmaterialien
  • Lernpartner
  • Lernerfolgsprüfung
  • Lernzeit
  • Lernort

Um Lernende an das selbstgesteuerte Lernen heranzuführen und Selbstlernkompetenzen zu stärken, sollen daher in Kursen der beruflichen Weiterbildung verstärkt Methoden zum Einsatz kommen, die oben genannte Entscheidungsmöglichkeiten umfassen. Dafür wurde im Projekt ein umfangreicher systematischer Literatur-Review durchgeführt, um solche Methoden zu identifizieren und in einer Methodensammlung zur Unterstützung selbstgesteuerter Lernprozesse aufzubereiten. Diese Sammlung steht nun online zur Verfügung und kann zur Anregung für eigene Kurskonzepte genutzt werden. Ergänzt wird die Sammlung auch um die Perspektive der Unterstützung des Lernens mit digitalen Medien. So gibt es für jede Methode Hinweise darauf, mit welchen digitalen Werkzeugen diese unterstützt und umgesetzt werden kann.

Die Methodensammlung soll beständig wachsen und vor allem auch um Erfahrungsberichte zu den einzelnen Methoden ergänzt werden. Dafür wird die aktive Mithilfe von Trainern, Dozierenden, Kurs-/Workshopleitungen benötigt. Diese können sich mit Anmerkungen, Ergänzungen und weiterführenden Hinweisen jederzeit an das Projektteam wenden oder ihre Anregungen und Erfahrungen direkt in einem Kommentar hinterlassen.

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