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Bausteine einer Didaktik der Nachhaltigkeit

Wie kann epistemologische Neugierde für das nüchterne Thema „Baumaterial“ geweckt werden? Eine interessante Antwort darauf ist eine Dämmstoffbar, die seit einigen Wochen am Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden (http://nznb.de/) steht.  Dämmstoffbar

Diese Dämmstoffbar beinhaltet eine Vielzahl von Materialien – von Styropor über Glasschaumschotter bis hin zu Neptunbällen – mit denen energetische Sanierungen erfolgen können. Die einzelnen Dämmstoffe sind nicht näher beschrieben oder gar benannt, können aber angefasst werden. Es gibt keine Arbeitsaufgabe, sondern eine Reihe von Reflexionsfragen zum Dämmen.

Scratch (D)ein Lernerlebnis!

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Quelle: https://scratch.mit.edu/

Scratch ist eine einfache Programmiersprache zur Erstellung von interaktiven Geschichten und Spielen. Sie wird auch genutzt, um künstlerische Projekte zu präsentieren und um Musik zu komponieren.

Zwei Beispiele aus dem pädagogischen Feld, die mir besonders gefallen haben, sind

Die Erschließung solcher einfach zugänglichen, interaktiven Gamification-Ansätze für die Erwachsenenbildung birgt Potential!

 

Quiz als Lernmittel – aber was fragt man da?

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Webseiten wie GoConqr erleichtern es, ein Quiz zu erstellen und z.B. in den eigenen Unterricht/ Blog einzubinden. Doch was macht eigentlich gute Fragen aus?

Zunächst gilt es zu überlegen, welche Funktion das Quiz hat: bereitet es auf einen Kurs/ Inhalt vor oder ist es nachgelagert? Geht es in dem Fall eher um eine Wiederholung des Gelernten oder um das Anregen „epistemologischer Neugierde“ (Paulo Freire)?

Im Feinschliff wird dann abgewogen, je nach Geschmack und Zielgruppe:

  • wie wichtig ist die Passung zum Vortrag/ Lehrzusammenhang?
  • werden die Themen angesprochen, die tatsächlich wesentlich sind, oder eher Nebenschauplätze?
  • ist die Formulierung der Frage (und der Antworten) klar genug?
  • sind die gestellten Fragen (und Antworten) anspruchsvoll genug, so dass sich die Ausfüllenden ernst genommen fühlen?
  • sollen Fakten oder Meinungen gefragt sein?

Hier finden sich weitere Hinweise auf die Gestaltung von Quizfragen:

http://2014.gmw-online.de/200/

http://blogs.articulate.com/e-learning-einfach-gemacht/die-5-gaengigsten-fehler-bei-quizfragen-und-wie-sie-sie-vermeiden-koennen/

Und wenn jemand es wirklich ernst meint mit den Quiz(zen), kann er sie sogar sogar zum Beruf machen: http://magazin.sofatutor.com/schueler/2013/11/08/einer-quizfragen-erfindet-interview-mit-carsten-schnieders/

Lernziele/ Lehrziele variieren

Es gibt – gerade in der beruflichen Weiterbildung – viele Möglichkeiten, die Auswahl der Inhalte und Ziele zu variieren. Als Lehrende/r können Sie z.B.

  1. die Teilnehmenden eher zur Reflexion von Lerninhalten anregen oder eher instrumentell Fertigkeiten vermitteln
  2. eher auf Methoden oder eher auf Inhalte fokussieren,
  3. eher individuelle Handlungsmöglichkeiten oder eher strukturelle Chancen und Barrieren ansprechen,
  4. eher wissenschaftliche Erkenntnisse vorstellen oder eher die Erfahrungen der Teilnehmenden aktivieren.2

Ein Beispiel: In einer Weiterbildung sollen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien aufgebaut werden. Hier kann – im Sinne des ersten Spannungsfeldes – der Schwerpunkt auf der Reflexion der Bedeutung und von Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien liegen, es können aber auch v.a. konkrete einzelne Apps/Webapplikationen praktisch erprobt werden (incl. Klärung von Fragen wie: wie richte ich ein Passwort ein?). Dabei können Sie eher besprechen, wie man den Nutzen eines digitalen Mediums als Methode abschätzt oder den Fokus auf Sachinformationen zu den einzelnen Tools legen (2. Spannungsfeld).  In Hinblick auf das dritte Spannungsfeld kann es eher um digitale Medien als gesellschaftliches Phänomen oder als Herausforderung im (Berufs-)Alltag der einzelnen Teilnehmenden gehen. Im Sinne des vierten Spannungsfeldes kann entweder stärker referiert werden, welche Forschungsergebnisse es zum Einsatz digitaler Medien gibt, oder es können v.a. die Erfahrungen und Einstellungen der Teilnehmenden thematisiert und diskutiert werden.

Jede Ausbalancierung dieser Spannungsfelder kann berechtigt sein. Gelegentlich lohnt es sich zu reflektieren, warum eigentlich bestimmte Entscheidungen in der Gestaltung der Lehrinhalte getroffen wurden und zu hinterfragen, inwiefern sich das bewährt hat.

Als Lernende/r können Sie diese Überlegungen nutzen, um für sich Lernziele präziser benennen zu können.

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So oder lieber so?:

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Diese Überlegungen wurden angeregt von der folgenden Studie:

Haberzeth, Erik (2010): Dimensionen des didaktischen Umgangs mit Wissen im Planungsprozess von Bildungsangeboten. In: Hof, Christiane, Ludwig, Joachim, Schäffer, Burkhard (Hrsg.): Erwachsenenbildung im demographischen und sozialen Wandel. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, S. 24-38.

 

Lernvideos als Anlässe zur beruflichen Reflexion

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Videos, auf denen Fachleute Tricks und Kniffe erklären, erfreuen sich bei YouTube großer Beliebtheit. Auch in der beruflichen Ausbildung werden selbst gedrehte Filme zunehmend eingesetzt. Doch was können Auszubildende als Novizen in ihrem Fach daraus lernen, wenn MitschülerInnen Videos erstellen? Dem geht der folgende Artikel nach: http://www.bwpat.de/ausgabe/24/luebcke-burchert

Lerneinheiten zur Förderung der Medienkompetenz

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Im Projekt LernenPlus, das von 2012-2015 vom BMBF gefördert wurde, enstand eine Reihe kurzer Lerneinheiten zur Förderung der berufsbezogenen Medienkompetenz von Jugendlichen. Diese Lerneinheiten umfassen die Themen Erstellung von Lernvideos, Kommunikation online, Digitales Medienrecht, Digitale Helfer für das Zeitmanagement, Selbstdarstellung im Internet, Stellensuche Online, E-Mail-Bewerbung und Social Bookmarking.

Die Lerneinheiten stehen nun für alle Interessierten zur Verfügung und können im Sinne von Open Educational Resources gern weiterentwickelt werden. https://www.qualifizierungdigital.de/de/lernenplus-382.php