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Berufliche Weiterbildung 2.0 für PädagogInnen: #EdchatDE

Unter dem Twitter-Hashtag #EdchatDE [link] versammeln sich jede Woche BildungsakteurInnen, um sich über aktuelle Themen und Erfahrungen im Bildungsbereich auszutauschen. Häufiges Thema dabei: Die Digitalisierung des Unterrichts. Die wöchentlichen Themen sind teils brandaktuell, teils „pädagogische Dauerthemen“ und die TeilnehmerInnen des Chats – viele versiert im Umgang mit Computern und Gadgets – möchten ihr Wissen weiterreichen, dazulernen und sich vernetzen.

Das Format des Chats – Tweets via Twitter – mag noch ungewohnt klingen in mancher Ohren. Ursprünglich in den USA entwickelt , wurde das Format von André Spang (@Tastenspieler) und Torsten Larbig (@herrlarbig) 2013 erfolgreich nach Deutschland importiert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Ableger – wie zum Beispiel den #relichat.

Der Ablauf des Twitter-Chats ist stets gleich: Die TeilnehmerInnen kommen über einen gemeinsamen Hashtag zu einem vereinbarten Termin zusammen, um sich über Themen auszutauschen, die für sie von Bedeutung sind. Die Chats sind themenspezifisch und richten sich an bestimmte (Berufs-)Gruppen – teilnehmen kann jeder/ jede Interessierte, Voraussetzung hierfür ist lediglich ein Twitter-Account. Um im Chat-Verlauf zu erscheinen, werden die eigenen Tweets mit dem entsprechenden Hashtag versehen. Manche TeilnehmerInnen bedienen sich der App TweetDeck [https://tweetdeck.twitter.com], mit der Chats isoliert dargestellt werden können, was die Lesbarkeit erleichtert und die Teilnahme an mehreren Chats gleichzeitig erlaubt.

So entstehen mitunter riesige Communitys, in welchen sich die TeilnehmerInnen auch über den wöchentlichen Chat hinaus – z.B. im Rahmen von EduCamps – vernetzen. Twitter dient dem schnellen und regen Austausch von Informationen, Links, neuen Medien, Kontakten und vielem mehr. In Verbindung mit Blogs und Wikis, welche von vielen Teilnehmenden betrieben werden, bekommt der/ die einzelne Zugriff auf einen umfangreichen Pool von spezifischen Inhalten der Chat-Community. Diese Form der Vernetzung birgt Potenzial für die berufliche Weiterbildung – im Vorwort des eben erschienen #EDchatDE Buchs „zählt der #EDchatDE zu einer der besten und immer aktuellen Fortbildungen für Lehrende, die es zurzeit zu finden gibt“ (Larbig et al. 2017).

Torsten Larbig, André Spang (Hg.): Digitale Medien für Unterricht, Lehrerjob und Schule. Die besten Ideen und Tipps aus dem Twitterchat #EDchatDE. Cornelsen Verlag 2017.

Lernziele/ Lehrziele variieren

Es gibt – gerade in der beruflichen Weiterbildung – viele Möglichkeiten, die Auswahl der Inhalte und Ziele zu variieren. Als Lehrende/r können Sie z.B.

  1. die Teilnehmenden eher zur Reflexion von Lerninhalten anregen oder eher instrumentell Fertigkeiten vermitteln
  2. eher auf Methoden oder eher auf Inhalte fokussieren,
  3. eher individuelle Handlungsmöglichkeiten oder eher strukturelle Chancen und Barrieren ansprechen,
  4. eher wissenschaftliche Erkenntnisse vorstellen oder eher die Erfahrungen der Teilnehmenden aktivieren.2

Ein Beispiel: In einer Weiterbildung sollen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien aufgebaut werden. Hier kann – im Sinne des ersten Spannungsfeldes – der Schwerpunkt auf der Reflexion der Bedeutung und von Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien liegen, es können aber auch v.a. konkrete einzelne Apps/Webapplikationen praktisch erprobt werden (incl. Klärung von Fragen wie: wie richte ich ein Passwort ein?). Dabei können Sie eher besprechen, wie man den Nutzen eines digitalen Mediums als Methode abschätzt oder den Fokus auf Sachinformationen zu den einzelnen Tools legen (2. Spannungsfeld).  In Hinblick auf das dritte Spannungsfeld kann es eher um digitale Medien als gesellschaftliches Phänomen oder als Herausforderung im (Berufs-)Alltag der einzelnen Teilnehmenden gehen. Im Sinne des vierten Spannungsfeldes kann entweder stärker referiert werden, welche Forschungsergebnisse es zum Einsatz digitaler Medien gibt, oder es können v.a. die Erfahrungen und Einstellungen der Teilnehmenden thematisiert und diskutiert werden.

Jede Ausbalancierung dieser Spannungsfelder kann berechtigt sein. Gelegentlich lohnt es sich zu reflektieren, warum eigentlich bestimmte Entscheidungen in der Gestaltung der Lehrinhalte getroffen wurden und zu hinterfragen, inwiefern sich das bewährt hat.

Als Lernende/r können Sie diese Überlegungen nutzen, um für sich Lernziele präziser benennen zu können.

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So oder lieber so?:

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Diese Überlegungen wurden angeregt von der folgenden Studie:

Haberzeth, Erik (2010): Dimensionen des didaktischen Umgangs mit Wissen im Planungsprozess von Bildungsangeboten. In: Hof, Christiane, Ludwig, Joachim, Schäffer, Burkhard (Hrsg.): Erwachsenenbildung im demographischen und sozialen Wandel. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, S. 24-38.

 

Lernvideos als Anlässe zur beruflichen Reflexion

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Videos, auf denen Fachleute Tricks und Kniffe erklären, erfreuen sich bei YouTube großer Beliebtheit. Auch in der beruflichen Ausbildung werden selbst gedrehte Filme zunehmend eingesetzt. Doch was können Auszubildende als Novizen in ihrem Fach daraus lernen, wenn MitschülerInnen Videos erstellen? Dem geht der folgende Artikel nach: http://www.bwpat.de/ausgabe/24/luebcke-burchert

Einführungslektüre zur Erstellung von Lernvideos

Eine gute Einführung, wie sich mit einfachen Mitteln Lernvideos erstellen lassen, gibt das Büchlein

Schön, Sandra & Ebner, Martin (2013):
Gute Lernvideos … so gelingen Web-Videos zum Lernen!
Books on Demand, Norderstedt

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich oder online (cc-lizensiert) unter:

http://bimsev.de/n/userfiles/downloads/gute-lernvideos.pdf

Die Publikation ist im Rahmen eines Medienprojektes mit Jugendlichen entstanden und bietet eine praxisnahe Einführung in Konzeption und Herstellung von Lernvideos, einschließlich Tipps zu Drehbuch, Quellen und Software – in erster Linie für die Produktion von Lernvideos mit dem Tablet-PC. Mit Links zu weiterführenden Informationen im Netz. Als Ersteinstieg sehr hilfreich.