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YouTube als berufliche Weiterbildung?

Einer vielzitierten Umfrage von Jane Hart zufolge ist YouTube eines der beliebtesten digitalen Werkzeug zum Lernen – auch für die berufliche Weiterbildung. Als Begründung dafür nennen die Befragten die Vielseitigkeit der Angebotes in Hinblick auf Thema und Komplexität; die Möglichkeit, Aussagen von ExpertInnen und Praxisbeispiele im Klassenraum zu zeigen und die einfache Handhabung, auch wenn es darum geht, eigene Inhalte vorzustellen. Gertrud Wolf resümiert: „YouTuber unterscheiden sich von herkömmlichen Lehrpersonen dadurch, dass sie nicht mit dem Anspruch antreten, anderen etwas beizubringen, sondern das, was sie können, zu kommunizieren. […] Sie sind selbst begeistert von der Sache, über die sie reden und wollen andere ebenfalls dafür begeistern“. Gudrun Podrath sieht YouTube als „>Schlüsselressource< für jede Art von Weiterbildung“ und ruft Weiterbildungsverantwortliche dazu auf, Hilfestellungen für Lernende im Umgang mit der Videoplattform zu entwickeln.

Im Rahmen des Projektes DiEDa werden wir den Einsatz von YouTube für die berufliche Weiterbildung weiter reflektieren und unsere Ergebnisse an dieser Stelle teilen.

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Ein MOOC-ABC

MOOCs oder „Massive Open Online Courses“ erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, und das nicht mehr nur im Hochschulbereich. Diese Verbreitung führt dazu, dass die MOOCs zugrunde liegenden didaktischen Konzepte zunehmend differenzierter werden. Hier stellen wir daher das kleine MOOC-ABC vor.

bMOOC: Blended MOOCs kombinieren digitale und Präsenzveranstaltungen. Ein Beispiel: die Fortbildung zur Seminargestaltung im MOOC-Format des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen http://www.vnb.de/hannover/menue/bildungsangebote/projekte_200_index/KampagnebMOOC.php.

cMOOC: Connectivistic MOOCs haben den Anspruch, Vernetzung, Zusammenarbeit und die Intelligenz der Masse zu fördern und offen in Bezug auf Lernziele, -inhalte und -mittel zu sein. Ein Beispiel ist der City MOOC, der zum gemeinsamen Reflektieren über Städte einlädt: http://citymooc.weebly.com/

eMOOC: Als enhanced MOOCs beschreiben Jadin und Gaisch (2014) eine soziokulturelle Sichtweise, die MOOCs zur Reflexion interkultureller Betrachtungsweisen eines Lerngegenstandes nutzen möchte. http://www.pedocs.de/volltexte/2015/10108/pdf/Lernraeume_gestalten_2014_Jadin_Gaisch_Enhanced_MOOCs.pdf.

fMOOC: Der Fitness MOOC war ein Projekt, das die Interaktion von Senioren mit tragbaren Fitnesstrackern mit einer integrierter MOOC Plattform förderte: https://projekt.beuth-hochschule.de/fmooc/.

gMOOC: Hier wird ein MOOC verbunden mit dem Ansatz des game-based learning; ein Hauptziel ist die wissenschaftliche Annäherung an Computerspiele. Begründet wurde der Ansatz von Sherry Jones und Tom Park. http://de.slideshare.net/autnes/gmooc-and-rgmooc-theory-and-design.

iMOOC: Noch im Entwicklung begriffene Erscheinungen, hinter denen sich Intelligenz, Institution oder Internationalisierung verbergen kann.

ichMOOC: Dieser MOOC der Volkshochschulen Bremen und Hamburg thematisierte das Digitale der Identität und erhielt dafür den OER Award 2016. https://mooin.oncampus.de/mod/page/view.php?id=221.

lMOOC: lMOOCs sind Language Open Online Courses, d.h. MOOCs, die sich das Erlernen von Sprachen zum Schwerpunkt setzen. Ein Beispiel: http://spanishmooc.com/.

mMOOC: Hinter diesem Kürzel steckt der Mechanical MOOC, ein Ansatz, der gemeinsames und gegenseitiges Erlernen ohne institutionalisierte Lehrende realisieren möchte. Eine Einleitung findet sich hier: https://mechanicalmooc.wordpress.com/faqs/, ein Beispiel für „peeragogy in action“ hier: https://www.youtube.com/watch?v=X2brungV9zY.

rgMOOC: Eine um rhetorische Analyse erweiterte Version des gMOOC (s.o.).

sMOOC: Das „S“ kann hier für Short, Social oder Small stehen. Small Open Online Courses haben oft den Anspruch individueller Betreuung, der nur in einem kleineren Rahmen möglich ist. Sie stehen in enger definitorischer Konkurrenz mit SPOCs (small private online classes).

xMOOC: Extended MOOCs sind die verbreitetste MOOC-Form. Sie beinhalten in der Regel informative Videos und mehr oder weniger sinnvolle Quizze. Diese oft als schlichte Pädagogik verlachten didaktischen Methoden werden zunehmend ergänzt um praktische Übungen (z.B. Programmieraufgaben), peer learning und live tutoring. Ein Beispiel: https://www.edx.org/course/programming-scratch-harveymuddx-cs002x-1.

Lernvideos als Anlässe zur beruflichen Reflexion

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Videos, auf denen Fachleute Tricks und Kniffe erklären, erfreuen sich bei YouTube großer Beliebtheit. Auch in der beruflichen Ausbildung werden selbst gedrehte Filme zunehmend eingesetzt. Doch was können Auszubildende als Novizen in ihrem Fach daraus lernen, wenn MitschülerInnen Videos erstellen? Dem geht der folgende Artikel nach: http://www.bwpat.de/ausgabe/24/luebcke-burchert

Lerneinheiten zur Förderung der Medienkompetenz

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Im Projekt LernenPlus, das von 2012-2015 vom BMBF gefördert wurde, enstand eine Reihe kurzer Lerneinheiten zur Förderung der berufsbezogenen Medienkompetenz von Jugendlichen. Diese Lerneinheiten umfassen die Themen Erstellung von Lernvideos, Kommunikation online, Digitales Medienrecht, Digitale Helfer für das Zeitmanagement, Selbstdarstellung im Internet, Stellensuche Online, E-Mail-Bewerbung und Social Bookmarking.

Die Lerneinheiten stehen nun für alle Interessierten zur Verfügung und können im Sinne von Open Educational Resources gern weiterentwickelt werden. https://www.qualifizierungdigital.de/de/lernenplus-382.php

Einführungslektüre zur Erstellung von Lernvideos

Eine gute Einführung, wie sich mit einfachen Mitteln Lernvideos erstellen lassen, gibt das Büchlein

Schön, Sandra & Ebner, Martin (2013):
Gute Lernvideos … so gelingen Web-Videos zum Lernen!
Books on Demand, Norderstedt

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich oder online (cc-lizensiert) unter:

http://bimsev.de/n/userfiles/downloads/gute-lernvideos.pdf

Die Publikation ist im Rahmen eines Medienprojektes mit Jugendlichen entstanden und bietet eine praxisnahe Einführung in Konzeption und Herstellung von Lernvideos, einschließlich Tipps zu Drehbuch, Quellen und Software – in erster Linie für die Produktion von Lernvideos mit dem Tablet-PC. Mit Links zu weiterführenden Informationen im Netz. Als Ersteinstieg sehr hilfreich.