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Reflexionsfragen zum Einsatz digitaler Medien: IM FLOVV

Das IM FLOVV Modell beinhaltet sieben Reflexionsfragen, die sich z.B. Pädagog*innen stellen können, um den Einsatz oder die Nichtnutzung digitaler Medien für ein bestimmtes Lernsetting zu begründen. Es kann auch zur wissenschaftlichen Reflexion digitaler Medien genutzt werden. Die Kernidee des Modells besteht darin, bewusst zu machen, warum z.B. ein digitales Tool verwendet werden soll und wie es so verwendet werden kann, dass die positiven Potentiale des Digitalen auch genutzt werden. Wir haben das Modell im BMBF-geförderten Projekt DiEDa ausgehend von der Forschung von Sherry Turkle formuliert. Turkle ist Professorin am MIT und untersucht seit Jahrzehnten mit interdiszipliänerem und internationalen Blick die mehr oder weniger gelungene Verwendung digitaler Schnittstellen in verschiedenen Lebensbereichen.

 

Update: IM FLOVVV

Durch Diskussionen entwickelte sich das Modell weiter. Zum einen finden wir es wichtig, den Blick auf das digitale Lernarrangement als Ganzes, nicht auf einzelne Tools zu lenken. Zum anderen kommt das Kriterium „Verhältnismäßigkeit“ auf Vorschlag von Martin Lindner dazu.

Bei Twitter kam die Frage auf, ob jede der Reflexionsfragen mit „ja“ zu beantworten sei. Um zu verdeutlichen, dass wir IM FLOVVV nicht als bürokratische Checkliste sehen, sondern als einen Ansatz zur Reflexion, ergänzten wir in den ersten Fragen ein „Inwiefern“ oder „Wie“.

Ein Beispiel, wie wir in Bezug auf unseren Online-Dis-Kurs die (alten) IM FLOVV-Fragen beantwortet haben, findet sich hier: https://h5p.org/node/287804

Schläfst du noch oder MOOCst du schon? 

Ein Erfahrungsbericht: MOOCen für Einsteiger*innen

von Elina Fläschner

By Elliot Lepers – Handdrawned to be used freely as a generic logo for all moocs over the world., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25082263

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Sei es durch das Lesen von Büchern und Fachzeitschriften, den Besuch von Kursen an der Volkshochschule oder bei einem Gespräch mit der Nachbarin, die einem praktische Tipps für die Handhabung von Bohrmaschinen mit auf den Weg gibt.
Wer es jedoch vorzieht, beim Lernen digitale Medien einzusetzen, wird sicher fündig unter dem Begriff „MOOC“. Diese Form der Hochschul- und Erwachsenenbildung gibt es erst seit einem knappen Jahrzehnt, ist also noch relativ frisch im Netz. Trotz dessen wurde das Jahr 2012 durch die New York Times zum Year oft the MOOC gekürt und mittlerweile ist dieses Format auch in Deutschland angekommen.

Doch was genau ist eigentlich ein MOOC? Unter einem „massive open online course“ versteht man einen Kurs, der online angeboten wird und frei zugänglich ist, das heißt es gibt keine besondere Zugangs- oder Zulassungsbeschränkung. Er zeichnet sich durch angestrebte hohe Teilnehmer*innenzahlen aus, wird in der Regel kostenlos angeboten und kann zu allen erdenklichen Themen stattfinden. Um ein paar Beispiele zu nennen: Tipps für Weiterbildner*innen, Grundkurse in Mathematik oder Basiswissen im Programmieren können Inhalte eines MOOCs sein. Die Wissensvermittlung findet unter anderem durch Videos, Lesematerial oder den direkten Austausch in Foren statt. Angeboten werden sie zum Beispiel von Plattformen, die sich explizit an die Fort- und Weiterbildung von Berufstätigen richten und die zum Teil in Kooperation mit Hochschulen entstehen. Eine Auswahl findet ihr unten in der Linksammlung.Weiterlesen

Berufsbezogenes Lernen mit Twitter und YouTube

Digitale Medien halten Einzug in unseren Alltag und auch in unsere Lernkultur. In einem Artikel in der Zeitschrift MedienPädagogik beschrieben wir, wie solches Lernen aussehen kann, und legten den Schwerpunkt auf Lernnetzwerke bei Twitter und YouTube. Die Besonderheit solcher Netzwerke besteht darin, dass sie nicht zentral gesteuert werden – wohl gibt es aber Ereignisse wie Treffen oder Challenges, die strukturierend wirken. Auch fehlen formalen Rahmen wie Zeitgrenzen, enge thematische Festlegungen oder Kriterien für die (erfolgreiche Teilnahme). Ist das die Zukunft der Weiterbildung oder nur eine nette Ergänzung formaler Angebote? Tragen solche Netzwerke zum Abbau von Barrieren bei der Bildungsbeteiligung bei? Wie sollte Medienkompetenz vor dem Hintergrund solcher Lernangebote definiert werden?

Der Artikel kann hier abgerufen werden: http://www.medienpaed.com/article/view/569

Methodenkoffer für das selbstgesteuerte Lernen

Gastbeitrag von Jana Riedel, TU Dresden

Die Forderungen aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und pädagogischer Perspektive sind klar: selbstgesteuertes Lernen ist wichtig und muss gefördert werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass es weder ein einheitliches Verständnis davon gibt, was selbstgesteuertes Lernen konkret meint, noch dass diese Lernform in der beruflichen Weiterbildung weit verbreitet ist.

Diesem Phänomen widmet sich im Rahmen des Förderprogramms „„Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung“ auch das Projekt „Weiterbildung selbstorganisiert“ der TU Dresden. Für das Projekt liegt das wesentliche Element des selbstgesteuerten Lernens darin, dass Lernende selbst Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen und dabei Entscheidungsmöglichkeiten über relevante Kriterien des Lernens erhalten und bewusst wahrnehmen. Dies betrifft vor allem folgende Dimensionen:

  • Lernziele
  • Lerninhalte
  • Lernmaterialien
  • Lernpartner
  • Lernerfolgsprüfung
  • Lernzeit
  • Lernort

Um Lernende an das selbstgesteuerte Lernen heranzuführen und Selbstlernkompetenzen zu stärken, sollen daher in Kursen der beruflichen Weiterbildung verstärkt Methoden zum Einsatz kommen, die oben genannte Entscheidungsmöglichkeiten umfassen. Dafür wurde im Projekt ein umfangreicher systematischer Literatur-Review durchgeführt, um solche Methoden zu identifizieren und in einer Methodensammlung zur Unterstützung selbstgesteuerter Lernprozesse aufzubereiten. Diese Sammlung steht nun online zur Verfügung und kann zur Anregung für eigene Kurskonzepte genutzt werden. Ergänzt wird die Sammlung auch um die Perspektive der Unterstützung des Lernens mit digitalen Medien. So gibt es für jede Methode Hinweise darauf, mit welchen digitalen Werkzeugen diese unterstützt und umgesetzt werden kann.

Die Methodensammlung soll beständig wachsen und vor allem auch um Erfahrungsberichte zu den einzelnen Methoden ergänzt werden. Dafür wird die aktive Mithilfe von Trainern, Dozierenden, Kurs-/Workshopleitungen benötigt. Diese können sich mit Anmerkungen, Ergänzungen und weiterführenden Hinweisen jederzeit an das Projektteam wenden oder ihre Anregungen und Erfahrungen direkt in einem Kommentar hinterlassen.

Drei typische Fallstricke im E-Learning

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Es scheint, dass unterschiedliche E-Learning-Angebote mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Eine Umfrage im Rahmen eines MOOCs verweist auf die folgenden typischen drei Fallstricke:

Lonely Learning: Das Potential des Internets liegt in der Vernetzung von Menschen mit ähnlichen Interessen. Dennoch geben viele Lern-Plattformen ihren Nutzer*innen das Gefühl, allein zu sein – es fehlen Feedback, Informationen über die anderen Teilnehmer*innen und Anreize zum gemeinsamen Lernen.

Quick and Dirty: Manche Plattformen und Programme animieren eher zum schnellen Durchklicken und Quiz-Knacken als zum Lernen und Reflektieren. Das scheint auch in der Darstellungsform begründet zu sein – zu lange Texte oder Übungen ermüden. Vor allem aber ärgern sich die Lernenden über die Trivialisierung von Inhalten – sie fühlen sich oft unterfordert und gelangweilt.

User-unfriendly and useless: Im Zeitalter von Augmented Reality erwarten die Nutzer*innen digitaler Medien schöne Plattformen, die intuitiv verwendbar sind und keine Parallelstrukturen zu bestehenden guten Lösungen schaffen.

Ein MOOC-ABC

MOOCs oder „Massive Open Online Courses“ erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, und das nicht mehr nur im Hochschulbereich. Diese Verbreitung führt dazu, dass die MOOCs zugrunde liegenden didaktischen Konzepte zunehmend differenzierter werden. Hier stellen wir daher das kleine MOOC-ABC vor.

bMOOC: Blended MOOCs kombinieren digitale und Präsenzveranstaltungen. Ein Beispiel: die Fortbildung zur Seminargestaltung im MOOC-Format des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen http://www.vnb.de/hannover/menue/bildungsangebote/projekte_200_index/KampagnebMOOC.php.

cMOOC: Connectivistic MOOCs haben den Anspruch, Vernetzung, Zusammenarbeit und die Intelligenz der Masse zu fördern und offen in Bezug auf Lernziele, -inhalte und -mittel zu sein. Ein Beispiel ist der City MOOC, der zum gemeinsamen Reflektieren über Städte einlädt: http://citymooc.weebly.com/

eMOOC: Als enhanced MOOCs beschreiben Jadin und Gaisch (2014) eine soziokulturelle Sichtweise, die MOOCs zur Reflexion interkultureller Betrachtungsweisen eines Lerngegenstandes nutzen möchte. http://www.pedocs.de/volltexte/2015/10108/pdf/Lernraeume_gestalten_2014_Jadin_Gaisch_Enhanced_MOOCs.pdf.

fMOOC: Der Fitness MOOC war ein Projekt, das die Interaktion von Senioren mit tragbaren Fitnesstrackern mit einer integrierter MOOC Plattform förderte: https://projekt.beuth-hochschule.de/fmooc/.

gMOOC: Hier wird ein MOOC verbunden mit dem Ansatz des game-based learning; ein Hauptziel ist die wissenschaftliche Annäherung an Computerspiele. Begründet wurde der Ansatz von Sherry Jones und Tom Park. http://de.slideshare.net/autnes/gmooc-and-rgmooc-theory-and-design.

iMOOC: Noch im Entwicklung begriffene Erscheinungen, hinter denen sich Intelligenz, Institution oder Internationalisierung verbergen kann.

ichMOOC: Dieser MOOC der Volkshochschulen Bremen und Hamburg thematisierte das Digitale der Identität und erhielt dafür den OER Award 2016. https://mooin.oncampus.de/mod/page/view.php?id=221.

lMOOC: lMOOCs sind Language Open Online Courses, d.h. MOOCs, die sich das Erlernen von Sprachen zum Schwerpunkt setzen. Ein Beispiel: http://spanishmooc.com/.

mMOOC: Hinter diesem Kürzel steckt der Mechanical MOOC, ein Ansatz, der gemeinsames und gegenseitiges Erlernen ohne institutionalisierte Lehrende realisieren möchte. Eine Einleitung findet sich hier: https://mechanicalmooc.wordpress.com/faqs/, ein Beispiel für „peeragogy in action“ hier: https://www.youtube.com/watch?v=X2brungV9zY.

rgMOOC: Eine um rhetorische Analyse erweiterte Version des gMOOC (s.o.).

sMOOC: Das „S“ kann hier für Short, Social oder Small stehen. Small Open Online Courses haben oft den Anspruch individueller Betreuung, der nur in einem kleineren Rahmen möglich ist. Sie stehen in enger definitorischer Konkurrenz mit SPOCs (small private online classes).

xMOOC: Extended MOOCs sind die verbreitetste MOOC-Form. Sie beinhalten in der Regel informative Videos und mehr oder weniger sinnvolle Quizze. Diese oft als schlichte Pädagogik verlachten didaktischen Methoden werden zunehmend ergänzt um praktische Übungen (z.B. Programmieraufgaben), peer learning und live tutoring. Ein Beispiel: https://www.edx.org/course/programming-scratch-harveymuddx-cs002x-1.

Bausteine einer Didaktik der Nachhaltigkeit

Wie kann epistemologische Neugierde für das nüchterne Thema „Baumaterial“ geweckt werden? Eine interessante Antwort darauf ist eine Dämmstoffbar, die seit einigen Wochen am Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden (http://nznb.de/) steht.  Dämmstoffbar

Diese Dämmstoffbar beinhaltet eine Vielzahl von Materialien – von Styropor über Glasschaumschotter bis hin zu Neptunbällen – mit denen energetische Sanierungen erfolgen können. Die einzelnen Dämmstoffe sind nicht näher beschrieben oder gar benannt, können aber angefasst werden. Es gibt keine Arbeitsaufgabe, sondern eine Reihe von Reflexionsfragen zum Dämmen.

Quiz als Lernmittel – aber was fragt man da?

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Webseiten wie GoConqr erleichtern es, ein Quiz zu erstellen und z.B. in den eigenen Unterricht/ Blog einzubinden. Doch was macht eigentlich gute Fragen aus?

Zunächst gilt es zu überlegen, welche Funktion das Quiz hat: bereitet es auf einen Kurs/ Inhalt vor oder ist es nachgelagert? Geht es in dem Fall eher um eine Wiederholung des Gelernten oder um das Anregen „epistemologischer Neugierde“ (Paulo Freire)?

Im Feinschliff wird dann abgewogen, je nach Geschmack und Zielgruppe:

  • wie wichtig ist die Passung zum Vortrag/ Lehrzusammenhang?
  • werden die Themen angesprochen, die tatsächlich wesentlich sind, oder eher Nebenschauplätze?
  • ist die Formulierung der Frage (und der Antworten) klar genug?
  • sind die gestellten Fragen (und Antworten) anspruchsvoll genug, so dass sich die Ausfüllenden ernst genommen fühlen?
  • sollen Fakten oder Meinungen gefragt sein?

Hier finden sich weitere Hinweise auf die Gestaltung von Quizfragen:

http://2014.gmw-online.de/200/

http://blogs.articulate.com/e-learning-einfach-gemacht/die-5-gaengigsten-fehler-bei-quizfragen-und-wie-sie-sie-vermeiden-koennen/

Und wenn jemand es wirklich ernst meint mit den Quiz(zen), kann er sie sogar sogar zum Beruf machen: http://magazin.sofatutor.com/schueler/2013/11/08/einer-quizfragen-erfindet-interview-mit-carsten-schnieders/

Lerneinheiten zur Förderung der Medienkompetenz

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Im Projekt LernenPlus, das von 2012-2015 vom BMBF gefördert wurde, enstand eine Reihe kurzer Lerneinheiten zur Förderung der berufsbezogenen Medienkompetenz von Jugendlichen. Diese Lerneinheiten umfassen die Themen Erstellung von Lernvideos, Kommunikation online, Digitales Medienrecht, Digitale Helfer für das Zeitmanagement, Selbstdarstellung im Internet, Stellensuche Online, E-Mail-Bewerbung und Social Bookmarking.

Die Lerneinheiten stehen nun für alle Interessierten zur Verfügung und können im Sinne von Open Educational Resources gern weiterentwickelt werden. https://www.qualifizierungdigital.de/de/lernenplus-382.php